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Erbauer: Johann Benjamin Witzmann
Baujahr: 1810
Restaurierung: 2008 - 2010
Größe:
2
Manuale und Pedal
Disposition:
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Hauptwerk |
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Oberwerk |
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Pedal |
| Bordun |
16' |
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Principal |
4' |
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Violonbaß |
16' |
| Principal |
8' |
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Liebl. Gedact |
8' |
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Subbass |
16' |
| Hohlflöte |
8' |
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Flauto traverso |
8' |
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Principalbass |
8' |
| Viola di Gamba |
8' |
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Quintatön |
8' |
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Octavenbass |
8' |
| Grobgedact |
8' |
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Salicional |
8' |
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Posaunenbaß |
16' |
| Octave |
4' |
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Flutedouce |
4' |
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Schwebung (nicht besetzt) |
| Sesquialter |
2' |
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Scharff 3f. |
2' |
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PedalCoppel |
| Mixtur 5f. |
2' |
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Blockflöte* |
2' |
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ManualCoppel |
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*(als Vox humana 8' bezeichnet)
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| Anzahl der Register: |
21 |
| Tonumfang: |
C - f''' |
| Stimmtemperatur: |
494 Hz bei 18° C |
| Stimmung: |
Neidhardt III |
| Winddruck: |
62 mm WS |
| Tonumfang: |
Manuale: C … f''' ; Pedal: C … c' |
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Zur Restaurierung der Witzmann-Orgel in
Oßmannstedt
Die Orgel wurde im Jahre 1810 von Johann Benjamin Witzmann aus Stadtilm
erbaut. Die Werkstatt stand in engem Kontakt mit der berühmteren Firma
Schulze-Paulinzella, die Inhaber erhielten ihre Ausbildung wechselseitig
in dem jeweilig anderen Betrieb. Somit kann J.B.Witzmann zu dem Weimarer
Kreis um Johann Gottlob Töpfer gerechnet werden, der wenig später mit
seinem Standardwerk „Theorie und Praxis des Orgelbaues“ als Wegbereiter
der romantischen Orgel gilt. Ihm selbst kann man hohe handwerklich -
künstlerische Fähigkeiten bescheinigen, die er in seinem kurzen Leben
(1782-1814) allerdings viel zu wenig unter Beweis stellen konnte.
Die Konstruktion der Orgel ist von dem Ehrgeiz geprägt, ein Instrument
von beachtlicher Größe auf einer äußerst beengten Empore unterzubringen.
Um unter dem seitlich, in Harfenfeldern aufgestellten Nebenwerk auch
noch Durchgänge frei zu halten, baute er eine geradezu abenteuerlich
anmutende Tontraktur. Zwei Prospektpfeifen sollten ursprünglich in den
ausgehöhlten, runden Säulen stehen. Bemerkenswert sind auch die
Pedalladen mit doppelten Spunddeckeln und Intarsien am Kanzellenrahmen
(!), möglicherweise ein Prüfungsstück. Die Porzellanschilder der
Registerzüge dürften zu den ältesten ihrer Art gehören (erstmals 1806
durch Ratzmann bezeugt).
Der eigentliche Wert offenbart sich jedoch im Klang der reichhaltig
disponierten und fast vollständig mit Originalstimmen besetzten Orgel.
Er zeigt sich überaus angenehm und wandlungsfähig, so daß ein sehr
breites Repertoire an Orgelmusik überzeugend dargestellt werden kann.
Die Stimmung der Orgel ist im damals üblichen Chorton erfolgt, der
ziemlich genau zwei Halbtöne über unserer heutigen Normstimmung lag.
Zwischendurch durch Umhängen der Traktur (unter Verlust des Tones C)
angepaßt, haben wir bei der Restaurierung nun wieder die ursprünglichen
Verhältnisse hergestellt. Die damals gelegte Stimmtemperatur konnte
nicht mehr nachgewiesen werden. Eine exakt gleichstufige Temperierung
dürfte jedoch damals kaum verwendet worden sein. Um eine leichte
Tonartencharakeristik ohne Einschränkung der zu verwendenden Tonarten zu
erzielen, entschieden wir uns hier für „Neidhardt III“.
Nach nunmehr 200 Jahren treuen Diensten war eine umfangreiche
Restaurierung des Werkes notwendig. Alle Teile, insbesondere die
Windladen wurden sorgfältig instand gesetzt. Die Tonkanzellen mußten z.T.
durch Ausspänen neu verleimt werden, die meisten Belederungen waren
brüchig und zu ersetzen. Die Drähte der Tontrakturen mußten,
angesichts
der völligen Unzugänglichkeit vieler Teile, komplett erneuert werden.
Die ursprüngliche Balganlage ist nicht ohne größeren Aufwand zu
restaurieren, da die Tür der Turmkammer später verkleinert und teilweise
zugemauert wurde. Deshalb wurde ein neues Gebläse und ein neuer Balg ins
Orgelgehäuse eingebaut, so daß nunmehr die Luft nicht mehr aus dem
Kirchturm entnommen wird. Größeren Restaurierungsaufwand gab es auch am
oft dünnwandigen, weichen Pfeifenwerk, nachdem nicht alle Generationen
verantwortlich damit umgegangen waren. Die Holzpfeifen hatten durch
Holzwurmbefall erheblich gelitten. Von der zuletzt ausgebauten Posaune
16“ mußten verschollene Teile ersetzt werden. Die Prospektpfeifen und
das Register Scharff im Positiv wurden rekonstruiert.
Nun erklingt die Orgel wieder in ihrer vollen Klangschönheit,
hoffentlich noch lange zur Ehre Gottes und zur Freude der Gemeinde und
aller Orgelliebhaber.

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