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Erbauer: Franz Georg Ratzmann (und Söhne)
Baujahr: 1839 - Restaurierung: 2008
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Manuale und Pedal
Disposition:
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Hauptwerk |
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Oberwerk |
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Pedal
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| Bordun |
16’ |
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Quintade |
16’ |
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Untersatz |
32’ |
| Principal |
8’ |
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Prinzipal |
8’ |
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Prinzipal |
16’ |
| Hohlflöte |
8’ |
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Flauto traverso |
8’ |
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Subbaß |
16’ |
| Viola di Gambe |
8’ |
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Vox Coelestis |
8’ |
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Violon |
16’ |
| Bordun |
8’ |
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Harmonica |
8’ |
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Oktavbaß |
8’ |
| Octave |
4’ |
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Stillgedackt |
8’ |
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Viola da Gamba |
8’ |
| Spitzflöte |
4’ |
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Salizional |
8’ |
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Posaune |
16’ |
| Hohlflöte |
4’ |
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Waldflöte |
4’ |
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| Octave |
2’ + 1’ |
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Flauto travers |
4’ |
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| Mixtur |
4f. |
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Oktave |
4’ |
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| Cymbal |
3f. |
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Oktave |
2’ + 1’ |
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| Trompete |
8’ |
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Mixtur |
4f |
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Vox coelestis |
8’ |
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Stimmtemperatur: 488,6 Hz bei 15,0°C
Stimmung: gemilderte Neidhardt III
Winddruck : 68 mmWS
Tonumfang: Manuale: C....f ```; Pedal: C....d`
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Zur Restaurierung der Orgel in der Bergkirche zu Niedergründau
Die Orgel in der Bergkirche zu Niedergründau wurde im Jahre 1839 von dem
Ohrdrufer Orgelbauer Franz Georg Ratzmann und seinen Söhnen gefertigt. Sie
ist in jeder Hinsicht ein außergewöhnliches Instrument. Nicht nur ihre
Größe und monumentale Gestaltung überrascht in einer eher ländlichen
Kirche, sie gehört vor allem zu den wenigen großen, historischen
Instrumenten der Region, denen das Schicksal gravierender Umbauten erspart
blieb. Einerseits stellt dies einen besonderen Wert dar, den zu besitzen
die Gemeinde stolz sein darf, andererseits verpflichtet dies auch zu einem
denkmalpflegerisch verantwortungsvollen Umgang.
Warum der Auftrag zum Bau der Orgel gerade an den thüringischen Orgelbauer
Georg Franz Ratzmann vergeben wurde ist leider nicht überliefert. Bekannt
ist jedoch, daß Wilhelm August, der Jüngste seiner drei als Orgelbauer
ausgebildeten Söhne, sich beim Aufbau des Werkes in die Wirtstochter
verliebte. Nach der Eheschließung mit ihr gründete er eine eigene
Werkstatt in Gelnhausen und begründete damit eine sehr erfolgreiche
Tradition, welche die elterliche Werkstatt in Ohrdruf weit überdauerte.
Auch wenn die Orgel weitgehend unverändert erhalten blieb, zeigt sie
dennoch Spuren ihrer über anderthalb Jahrhunderte währenden Geschichte.
Erste, kleine Veränderungen gab es noch im 19.Jhd. Die früher mehr
strahlenden Principalregister wurden im Klang dem Ideal der Romantik
angepaßt. Ein Register wurde ausgetauscht. Der erste Weltkrieg brachte,
wie fast überall, den Verlust der sichtbaren Prospektpfeifen als Abgabe
zur Edelmetallgewinnung für Kriegszwecke mit sich. Das ursprüngliche
Gebläse, aus drei großen Keilbälgen bestehend, wurde entfernt, das neue
Elektrogebläse benötigte nur einen Regelbalg. Im Jahre 1981 erfolgte
bereits eine Teilrestaurierung durch die Firma Förster & Nicolaus. Von
jener stammen die gegenwärtigen Prospektpfeifen. Manche Schäden am Werk
wurden beseitigt, einige grundlegende Probleme blieben jedoch bestehen.
Insbesondere war dies die ausgesprochen schwere und unausgeglichene
Spielbarkeit, aber auch gravierende Schäden durch Holzwurmbefall. Nach der
letzten Kirchenrenovierung ergab sich ein neues Problem: unbemerkt
verschimmelte das Werk an allen Holzteilen unter einer Schutzfolie. Dies
war nun der konkrete Anlaß für eine erneute Restaurierung.
Neben der Reinigung, zu der eine fast vollständige Demontage erforderlich
war, sollten nun auch die Tastenkräfte reduziert und die ganze Tonmechanik
in Stand gesetzt werden. Hierzu wurden die Windladen (mehrere Zentner
schwere Holzkästen, auf denen die Pfeifen aufgestellt sind), ausgebaut und
in die Werkstatt geholt. Durch einen vergleichsweise kleinen Eingriff
(Reduzierung der Ventilschlitzbreiten) konnte die Kraft, die zum
Niederdrücken einer Taste erforderlich ist, entscheidend reduziert werden.
Bei dieser Gelegenheit wurden zahlreiche weitere Schäden an diesen, sonst
nicht zugänglichen Bauteilen sichtbar und konnten somit gleichzeitig
solide behoben werden. Gründlich überarbeitet wurden auch die Klaviaturen
und alle mechanischen Verbindungen (Trakturen).
Eine Rückführung der klanglichen Veränderungen war nicht das Ziel der
Arbei ten, jedoch mußten zahlreiche Schäden an Metallpfeifen repariert und
Holzpfeifen abgedichtet werden. Die Intonation aller Register wurde
überarbeitet und eine saubere Stimmung gelegt.
Es war uns eine besondere Freude, als thüringische Orgelbauer aus der
Nachbarschaft von Ohrdruf, dem Heimatort des Erbauers, diese Orgel nun
restaurieren zu dürfen und damit den weiteren Bestand des Werkes für die
nächsten Jahrzehnte zu sichern. Wir wünschen der Gemeinde und allen
Organisten viel Freude an diesem schönen Werk, das noch lange zum Lobe
Gottes erklingen möge.
Joachim Stade – Orgelbaumeister
Dokumentation
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Eine
ausführliche Dokumentation über die Orgel hat Herr Nikolaus Pfarr
im Rahmen seiner Reihe: „Ratzmann – Leben und Werk“ zusammengestellt.
Sie ist unter dem Titel:
Die Ratzmannorgel der evangelischen Bergkirche Niedergründau.
Pfarr Verlag, 2008; ISBN: 3-925894-10-1
über uns zu erwerben.
(VK im Buchhandel 28,00 €) |

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