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Erbauer: Johann Markus Oestreich
Restaurierung 2008
Disposition:
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Hauptwerk |
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Oberwerk |
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Pedal |
| Principal |
8' |
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Principal |
4' |
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Posaune |
16' |
| Quintatön |
16' |
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Quintatön |
8' |
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Choralbaß |
4' |
| Gemshorn |
8' |
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Flauto traverso |
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Principalbaß |
8' |
| Viola di Gamba |
8' |
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Salicional |
8' |
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Violon |
16' |
| Gedackt |
8' |
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Flageolet |
2' |
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Subbaß |
16' |
| Spitzflöte |
4' |
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Quinte |
1 1/3' |
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| Octave |
4' |
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Mixtur 3f. |
1' |
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| Quinte |
2 2/3' |
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f 2' 1
1/3' 1' |
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| Lieblich Gedackt |
4' |
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Flauto dolce |
4' |
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| Octave |
2' |
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| Mixtur 4f. |
2' |
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| Cimbel 3f. |
2' |
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| Trompete |
8' |
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| Stimmtemperatur: |
466,5 Hz bei 15°C |
| Stimmung: |
Werkmeister III |
| Winddruck: |
72 mm WS |
| Tonumfang: |
M I - Hauptwerk |
Manuale: |
C, Cs - d ³ |
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Pedal: |
C, Cs - d 1 |
Zum Erbauer der Orgel in Floh:
Erbauer und Baugeschichte dieser Orgel waren bislang unbekannt. Beides
wurde erst anläßlich der Restaurierung erforscht und rückt nunmehr ins
Blickfeld der Öffentlichkeit.
Sowohl stilistische Merkmale als auch die erhaltenen Kirchenakten weisen
Johann Markus Oestreich
(unterzeichnete mit „Johannes Oestreich“) als Erbauer der Orgel aus.
Weiterlesen:
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Zur Restaurierung der Orgel:
(gekürzte Fassung, kompletten
Artikel hier lesen:)
Aufgrund der Baugeschichte und des Befundes wurde die Orgel im
Wesentlichen auf den Zustand, den Hilpert hinterlassen hat, restauriert.
Eine Rekonstruktion der Keilbalganlage schied schon aus Kostengründen
aus. Die Rückführung der Manualzuordnung (mit dem Hauptwerk als oberes
Manual) erschien nicht unbedingt erstrebenswert, zumal von den
originalen Trakturteilen und der ursprünglichen Manualkoppel kein
Bestand mehr existierte, wohl aber die Koppelanlage Hilperts. Dem
ergänzten Register des Oberwerkes kommt selbst Denkmalwert zu, es gehört
zu den wenigen Zeugnissen des ortsansässigen Orgelbauers.
Dennoch ist das Instrument eindeutig als Oestereich-Orgel anzusprechen,
die Veränderungen Hilperts haben keine andersartige Prägung der Substanz
gebracht.
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Schwerpunkt unserer Tätigkeit war die Restaurierung und Konservierung
der wertvollen, originalen Substanz. Vor allem die Windladen erforderten
besondere Aufmerksamkeit. Sie sind große Massivholzkästen aus Eiche, auf
denen alle Pfeifen stehen und die dafür verantwortlich sind, daß jede
Pfeife den richtigen Windzustrom erhält. Das Hauptproblem bei der
Restaurierung liegt bereits in der Bauweise begründet: ein großer Rahmen
(Gitterrost) ist mit Massivholz zugespundet. Das führt wegen des
unterschiedlichen Arbeitens des Holzes in Quer- und Längsrichtung zu
Rissen, die, je nach Holzfeuchte, den Wind mehr oder weniger
verschleichen lassen. Dadurch verstimmen sich die Pfeifen, sprechen
nicht mehr richtig an oder erklingen gar unaufgefordert, was besonders
störend ist. Um diese Risse verleimen zu können, müssen die Windladen
völlig demontiert und anschließend neu beledert werden. Außerdem waren
dabei alle Ventile neu zu beledern, Metallstifte und Schrauben aus Holz
zu erneuern. Unpassende, moderne Bauteile und Werkstoffe wurden dabei
historisch gerecht ersetzt.
Auch die Ton- und Registertrakturen (mechanische Verbindungen zwischen
Spielanlage und Windladen) wurden völlig zerlegt, die Wellen gängig
gem acht, Holzärmchen ersetzt und die Abstrakten neu eingedrahtet. Fast
alle Lagerstellen waren durch Fa. Schüssler ausgetucht worden, ein
Verfahren zur Geräuschdämpfung, welches sich bei Orgeln langfristig
nicht bewährt hat und insbesondere bei historischen Instrumenten
abzulehnen ist. Nachdem alle Schäden beseitigt waren, erfolgte die
Montage und Justierung der mechanischen Elemente.
Bei den Klaviaturen wurden die Lagerstellen ausgebuchst und die Tasten
neu eingepaßt. Durchgespielte Untertastenbeläge wurden mit passendem
Ebenholz erneuert, ebenso die verlorengegangenen Tastenfronten.
Am Gehäuse wurden die Verschlüsse wieder gängig gemacht und Schäden am
Holz, insbesondere durch elektrische Einbauten, retuschiert. Die
Farbfassung wurde durch die Farbrestauratorin Frau Jünger gereinigt,
retuschiert und ergänzt.
Der Magazinbalg wurde lediglich repariert, zur besseren Zugänglichkeit
zum Werk wurde er etwas zur Treppe versetzt und mit einem neuen
Verschlag versehen. Zur Winderzeugung wurde ein neues Schleudergebläse
angeschafft und in einem schalldämmenden Schutzkasten aufgestellt.
Die dünnwandigen Pfeifen aus
einer relativ weichen Legierung zeigten
starke Verformungen, hier mußte ausgerundet und stabilisiert werden. Die Anlängungen durch Schüssler waren durch Stimmrollen zerschnitten und
wurden von uns generell erneuert, um das Pfeifenwerk wieder, wie
ursprünglich, glatt auf Länge zu schneiden. Dies erfordert zwar einen
erheblich höheren Arbeitsaufwand beim Stimmen, verbessert aber den Klang
und die Stimmhaltung deutlich.
Die beiden Prospektregister wurden rekonstruiert, dabei wurde versucht,
den ursprünglichen Pfeifenverlauf und die Mensuren wieder herzustellen.
Außerdem mußte das Register Trompete 8' mit den erhaltenen Bechern
rekonstruiert werden. Vorbild war hierbei die vermutlich einzige
erhaltene Trompete aus der Werkstatt Oestereich, in NiederMoos in
Hessen.
Nach der technischen Montage wurden alle Register sorgfältig
nachintoniert (das ist die Tongebung jeder einzelnen Pfeife) und durch
Abschneiden auf die richtige Tonhöhe gestimmt. Der Stimmton ist nun
wieder in der Nähe der ursprünglichen Höhe, einen halben Ton über der
heutigen „Normstimmung“ von a' = 440 Hz. Passend zur Bauzeit der Orgel
wurde auch keine ganz gleichstufige Stimmtemperatur gelegt. Die
Abstimmung der 12 Halbtöne der Oktave wurde „wohltemperiert“
vorgenommen, einige gebräuchliche Tonarten klingen hier reiner und damit
wohlklingender als bei der sonst gebräuchlichen gleichstufigen Stimmung.
Der Preis dafür ist der unreinere Klang anderer, entlegener Tonarten.
Die Gemeinde Floh hat nun ihr wertvolles Orgelwerk wieder in einem
würdigen Zustand, der nicht nur zur Begleitung der Gottesdienste
geeignet ist, sondern auch für Konzerte genutzt werden kann. Es zeugt
von der künstlerischen Beherrschung eines vielseitigen Handwerks und dem
hohen Stellenwert der Kirchenmusik in den vergangenen Jahrhunderten.
Ich bin mir sicher, daß diese Orgel zu einem Anziehungspunkt für
Orgelfreunde aus nah und fern wird, die Fachleute, Organisten und Laien
begeistert. Möge sie noch lange zum Lobe Gottes und zur Freude der
Gemeinde erklingen!
Joachim Stade

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