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Neubau 2001

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Orgelprospekt
Die Klosterkirche auf dem Hülfensberg ist architektonisch betrachtet eine
frühgotische Halle. Sie besitzt bei relativ großer Grundfläche eine eher
niedrige Deckenhöhe. Durch zahlreiche Säulen und Gewölbe wird der Raum in
„akustische Parzellen“ geteilt. Der Schall kann sich im vollbesetzten Raum
nur schwer ausbreiten. Im leeren Raum herrscht hingegen sensible
Überakustik. Man kann „eine Stecknadel fallen hören...“ Aber auch mit dem
Platz gab es Schwierigkeiten. In einer „normalen“ Kirche steht das Volumen
des Orgelgehäuses in einer klaren Relation zum Gesamtraum. Auf dem
Hülfensberg wird dieser Faktor hingegen durch die Maße einer einzelnen
„Gewölbekammer“ bestimmt. Das Orgelgehäuse muß also eher klein
dimensioniert sein. Die vielen Säulen verhindern den erforderlichen
Blickkontakt zwischen dem liturgischen Zentrum und dem Organisten. Bereits
diese Schilderung der wesentlichen Probleme macht deutlich, daß ein
konventionelles Orgelkonzept der Raumsituation nicht gerecht werden
konnte.
Spieltisch
Beim
Bau der neuen Orgel wurden z.T. völlig neue Wege beschritten, die Ihre
Wurzel aber letztlich im Begreifen der vorherigen Orgelsituation haben.
Auch unsere orgelbaulichen Vorgänger waren mit den angeschnittenen
Problemen konfrontiert. Ihre Erfahrungen und Lösungsansätze wurden in der
neuen Orgel konsequent weiterentwickelt. Die Orgel besitzt drei Manuale
(also drei Klaviaturen), die den drei im Raum verteilten Orgelwerken
entsprechen. Die Register des Pedals sind auf alle Orgeln verteilt. Wir
nutzen dabei den Effekt aus, daß unser Ohr nicht feststellen kann, aus
welcher Richtung tiefe Töne erklingen. Die verteilten Orgeln ermöglichen
eine gleichmäßige Raumbeschallung bei gleichzeitig relativ geringen
Gehäusegrößen. Der Spieltisch befindet sich quasi im Zentrum der peripher
plazierten Teilwerke. Klanglich orientiert sich die Orgel an der Zeit des
Impressionismus. Vielfältige weiche, orchestrale Klangfarben ermöglichen
ein sowohl sehr zartes Spiel im leeren Raum als auch Fundamentalklänge im
voll besetzten Raum. Die weiche Intonation vermeidet ein klangliches
Auseinanderdriften der einzelnen Orgeln und trägt einem grundlegenden
liturgischen Anliegen dieses Orgelbaues Rechnung, an einem besonderen Ort
der Einkehr,
Stille und Anbetung den Hörer zu besonderer seelischer
Ergriffenheit zu führen. Das Klangspektrum der Orgel nutzt dazu den
gesamten Frequenzbereich, der von uns Menschen wahrnehmbar ist. Zwei
Schwellwerke ermöglichen eine starke dynamische Bereicherung des
Orgelklanges. Die besondere Anordnung der drei Orgeln
führt zu einer Abstufung der klanglichen Direktheit der vielfältigsten
Klangfarben, die in einem Register- speicher mit mehreren tausend
Kombinationen verwaltet werden können. Formgestalterisch ist der Prospekt
auf die großen Linien der Architektur abgestimmt. Die Orgel mündet quasi
in den Schlußstein des Gewölbes, der gleichzeitig den oberen visuellen
Abschluß des Gehäuses repräsentiert. Der Verzicht auf weitere
Schmuckelemente verleiht dem Werk ein unaufdringliches, mit der
Gebäudearchitektur verschmelzendes Erscheinungsbild, das sich in
Bescheidenheit dem Anliegen einer „dienenden Königin“ der Instrumente
unterordnet. Die konvexe Wölbung der Prospektfront beabsichtigt, auch vom
Mittelgang her eine ansprechende Ansicht zu erhalten. Eine dezent
eingefügte Unsymmetrie vermeidet den Eindruck der plumpen Verdoppelung des
Werkes auf beiden Seiten der Kirchenrückwand.
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Disposition:
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Hauptwerk (I) |
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Positiv (II) |
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| 1.
Principal |
8' |
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1.
Bordun |
8' |
| 2. Flauto |
8' |
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2. Viola |
8' |
| 3.
Gedackt |
8' |
|
3.
Nachthorn |
4' |
| 4. Octave |
4' |
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4. Fugara |
4' |
| 5.
Dulciana |
4' |
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5.
Nasat |
2 2/3' |
| 6. Superoctave |
2' |
|
6. Piccolo |
2' |
| 7.
Mixtur 4f. |
2' |
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7. Terz |
1 3/5' |
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8. Sifflöte |
1 1/3' |
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9. Oboe |
8' |
| Tremulant |
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|
Tremulant |
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| II / I |
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|
III /
II
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|
| III / I |
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Sub II |
|
| Sub I |
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|
Sub III
/ II
|
|
| Sub II / I |
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|
Super II |
|
| Sub III
/ I |
|
|
Super
III / II
|
|
| Super II / I |
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|
Normallage II ab |
|
| Super
III / I
|
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| Melodie II / I |
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Recit (III) |
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Pedal |
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1.
Gedackt |
16' |
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1.
Akustika |
32' |
|
2. Principal |
8' |
|
2.Subbaß |
16' |
|
3.
Hohlflöte |
8' |
|
3.Zartbaß |
16' |
|
4. Violine |
8' |
|
4. Principalbaß |
8' |
|
5. Vox
coelestis |
8' |
|
5.
Gedacktbaß |
8' |
|
6. Geigenprincipal |
4' |
|
6. Quinte |
5 1/3' |
|
7.
Traversflöte |
4' |
|
7.
Choralbaß |
4' |
|
8. Mixtur 3f. |
2' |
|
8. Rohrflöte |
4' |
|
9. Vox
humana |
8' |
|
9. Terz |
3 1/5' |
| 10. Trompete |
8' |
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10. Quintsept |
2 2/3' + 2
2/7' |
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Tremulant |
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| Sub III |
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|
I / P |
|
| Super
III |
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|
II / P
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|
| Normallage III ab |
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|
III / P |
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|
|
Super
II / P |
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|
Super III / P |
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Tonumfang:
Manual: C...a'''
Pedal: C...f'
Zur Erweiterung vorbereitet: Glockenspiel im Sakristeischwellwerk
(Röhrenglocken)
Traktursystem: Elektrische Schleiflade im Manual, Elektrische
Einzeltonladen im Pedal
Sonstiges: Elektronische Setzeranlage, Walze, Transponierfunktion
bis - 2 Halbtöne / + 1 Halbton
CD-Einspielung:
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