Gräfenroda Rekonstruktion der Kellner-Weise Orgel


erbaut 1736 - rekonstruiert im Kellner-Jahr 2005

 


Im Jahre 1736 wurde durch Johann Anton Weise aus Arnstadt eine neue Orgel gefertigt. Das Instrument entstand nach den Vorstellungen des damaligen Organisten Johann Peter Kellner, der als Überlieferer zahlreicher Bachwerke bekannt ist, darüber hinaus aber ein hochgeschätzter Orgelvirtuose, Orgelgutachter, Komponist und nicht zuletzt Lehrer einer ganzen Organistengeneration war. Die Orgel, die noch lange als fortschrittlich und hochwertig bezeichnet wurde, ging leider durch Um- und Neubauten weitgehend verloren. Erhalten blieb das Gehäuse mit den vollständigen Prospektstöcken und Reste des des Balkenwerkes, sowie 11% der Pfeifen aus 15 Registern, darunter auch einige Prospektpfeifen. Eine relativ gute Aktenlage und eine technisch erhaltene Weise-Orgel (Siegelbach) erlaubten hier eine Rekonstruktion der Orgel in Angriff zu nehmen
 

                      Disposition:

 

Hauptwerk

Oberwerk

 

C-d³     C-d³  
Principal 8'   Principal 4'
Bordun 16'   Flauto traverse 8'  *
Quintatön 16'   Gedact 8'
Viol di Gamba 8'    D   HohlFlöt 8'
Gedact 8'    B   GemsHorn 4'
GemsHorn 8'    B   WaldFlöt 2'
Octav 4'    D   Octav 2'
Octav 2'    D   SpitzFlötgen 1'
Mixtur 2' 6 f.  V   Mixtur 1' 4 f.
Scharff 1' 3 f.  D   Vox humana 8'
 
 

Pedal

Nebenregister

 

C-d°     Glockenspiel  
PrincipalBaß 16'   CymbelStern  
SubBaß 16'   Calcant  
ViolonBaß 16'   Tremulant  
OctavBaß 8'   PedalCoppel  
TraversenBaß 16'  **   ManualCoppel  
PosaunenBaß 16'  

Eine Besonderheit bei Weise sind Register, die bei halb gezogener Schleife nur im Baß oder nur im Diskant spielbar sind. Dies wurde hier aufgegriffen:
 
B = Baß  /  D = Diskant  /  V = Vorabzug Sesquialtera 2 fach, ebenfalls eine Spezialität Weises.
 
*  = überbläst zum 4'       **  = überbläst zum 8'